Kneipp-Gesundheitsvisite März 2015


Leinsamen -

Pflege für Herz und Darm

 

Sie sind die Samen des Gemeinen Leins (Linum usitatissimum) – die Leinsamen. Die leicht nussig schmeckenden Samen bestehen zu rund 40% aus Leinöl. Und genau dieses Öl macht sie so ge­sund: Denn etwa die Hälfte davon besteht aus der mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure. Kein anderes Pflanzenöl weist eine höhere Konzentration von Omega-3-Fett­säuren auf. Daneben enthalten Leinsamen Ballaststoffe (u.a. Lignane), Schleimstoffe und Ei­weiß. Lignane kommen in Leinsamen in geringen Mengen vor; diese könnten womöglich in Kom­bi­nation mit Ballaststoffen zur Erhaltung der Herzgesundheit beitragen. Außerdem vermutet man, dass Lignane präventiv gegenüber Darm- und Brustkrebs wirken. Wichtige Voraussetzung für einen etwaigen gesundheitsförderlichen Nutzen ist, dass die Leinsamen zerkleinert bzw. auf­gebrochen (geschrotet oder gemörsert) verzehrt werden. Denn ganze Leinsamen wirken deut­lich weniger intensiv, da der menschliche Verdauungstrakt diese von alleine nicht aufspalten kann.

 

Unser Tipp: Leinsamen
Die gesundheitsförderlichen Aspekte von Leinsamen sind vielfältig. Zum einen kann der Verzehr von Leinsamen präventiv in Bezug auf Darmerkrankungen wirken: Die enthaltenen Ballast- und Schleimstoffe der Samenschalen sind gut für die Verdauung an; Schleimstoffe bin­den Wasser im Darmtrakt, quellen auf und vergrößern so das Volumen des Verdauungsbreis. Gut gekaute oder vorher geschrotete Leinsamen sind bei Dauereinnahme ein wirk­sames pflanzliches Mittel gegen chronische Verstopfung; Zum anderen ist Leinsamen für Men­schen interessant, die an hohem Blutdruck und/oder Arterio­sklerose leiden – aufgrund einer leicht gefäßer­weiternden Wir­kung. Die Carstens-Stiftung berichtet in diesem Zusammen­hang über eine Dop­pel­blindstudie, die he­raus­finden sollte, ob der tägliche Verzehr von Leinsa­men den Blutdruck von Arteriosklerose-Patienten senken könne. Das Ergeb­nis der Studie: Eine Ernährung, die reich an Leinsamen ist, kann zu einer verringerten Einnahme blut­drucksenkender Medikamente bei­tragen. Parallel dazu könnte eine solche Ernährung, basierend auf ca. 30 Gramm Leinsamen pro Tag, Schlaganfällen und Herzin­farkten vorbeugen.

 

Bitte beachten:
Nehmen Sie bitte nicht mehr als ca. 40 Gramm Leinsamen pro Tag zu sich, da Leinsamen auch geringe Mengen Blausäure enthalten. Diese Empfehlung richtet sich an Erwachsene; Kinder unter zwölf Jahren soll­ten Leinsamen als Heilmittel nicht anwenden. Leinsamen können dazu führen, dass der Darm Medikamente in geringerem Maße aufnehmen kann – bitte nehmen Sie deshalb Leinsamen nicht gleichzeitig mit anderen Arzneimitteln ein bzw. sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder Apotheker.

 

 

 Ihr Gesundheitsexperte des Kneipp-Bund e.V.

Dr. med. Dr. Bernhard Uehleke
Abt. Naturheilkunde - Charité Berlin

 

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